Dokumente : Ökumenische Dialoge


Erklärung der Arbeitsgruppe der Orthodoxen/Alt-Orientalischen Gemeinden Berlins anläßlich des 50. Jubiläums der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen

1. Wir, die Mitgliedskirchen der Orthodoxen/Alt-Orientalischen Arbeitsgruppe im Internationalen Konvent Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg nehmen das 50. Jubiläum der Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen zum Anlaß, eine Erklärung über unsere Erfahrungen in der ökumenischen Zusammenarbeit in Berlin abzugeben.

2. Die Orthodoxen/Alt-Orientalischen Kirchen haben stets ihre Bereitschaft zur tatkräftigen Mitarbeit in der ökumenischen Bewegung in Berlin bekundet. Sie waren 1970 Gründungsmitglieder des Ökumenischen Rates in Berlin (bzw. Berlin-Brandenburg) und auch später des internationalen Konvents Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg. Ferner sind sie in allen Gremien und Arbeitsgruppen der beiden ökumenischen Organisationen vertreten und unterstützen die Arbeit dieser Gremien. Auf vielfältige Weise arbeiten wir mit allen christlichen Kirchen der Bundeshauptstadt zusammen, z.B. in der Gebetswoche für die Einheit der Christen, beim internationalen "Fest der Völker", bei der Woche der ausländischen Mitbürger und in einer großen Zahl verschiedener lokaler Treffen.

3. Wir möchten die Wichtigkeit dieser Zusammenarbeit mit allen Kirchen erneut bekräftigen und betrachten dies als die Erfüllung unseres christlichen Auftrages, die Botschaft Christi zu verkündigen, "durch Zeugnis und Dienst der Gemeinschaft der Kirchen Ausdruck verleihen sowie die Einheit der Gemeinde Jesu Christi sichtbar werden lassen zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und Heiligen Geistes" (aus der Präambel der Satzung des Internationalen Konvents Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg).

4. Als fremdsprachige Kirchen sind wir uns unserer besonderen und doppelten Aufgabe bewußt: In erster Linie sind wir für unsere Gemeinden die Vermittler der Orthodoxen/Alt-Orientalischen kirchlichen Tradition. Gleichzeitig betrachten wir uns als ein wichtiges identitätsstiftendes Element in kultureller Hinsicht. Wir sind dankbar, daß wir unsere speziellen Belange im Rahmen ökumenischer Verbände, die von einer Atmosphäre der Toleranz und Offenheit geprägt sind, erörtern können. Insbesondere erleben wir die Römisch-Katholische Kirche und die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg und ihre Bischöfe als Brüder und Partner im Glauben, offen für unsere Anliegen.

4. Umsomehr beunruhigen uns die letzten Entwicklungen in der Zusammenarbeit unserer Kirchen mit dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf. Wir wünschen uns eine unbefandene Teilnahme, die eine harmonische Atmosphäre mit fairen und unparteiischen Gesprächen fördert. Wir sind zuversichtlich, daß bei allen Entscheidungen die ökumenische Verpflichtung mit dem Hauptziel, der "Vision einer Kirche, die alle Menschen in Gemeinschaft mit Gott bringt" (aus dem Entwurf der Grundsatzerklärung des Ökumenischen Rates der Kirchen) zu verwirklichen, maßgebend sein wird.

5. Wir erklären unsere Bereitschaft, weiterhin zur geistlichen Einheit der Kirchen beizutragen und verstehen dies nicht als die Subordination der Vielen unter das Eine, sondern als Gemeinschaft der Vielen. Unseren Auftrag entnehmen wir aus der Verkündigung, "damit sie alle ein seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast" (Johannes 17,21).

7. Wir bekräftigen unsere Absicht, die Zusammenarbeit mit allen christlichen Kirchen Berlins fortzusetzen und halten weiterhin an unserer Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat in Berlin-Brandenburg sowie im Internationalen Konvent Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg fest.

8. Diese Erklärung geben wir ab als Zeichen unserer Verbundenheit und Dankbarkeit für die Möglichkeit des gemeinsamen Zeugnisses in dieser Stadt und "wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben: Er, Christus, ist das Haupt" (Epg. 4,15).

Die Orthodoxen Gemeinden (in alphabetischer Reihenfolge) :

Für die Bulgarisch-Orthodoxe Gemeinde : Metropolit Simeon
Für die Griechisch-Orthodoxe Gemeinde : Erzpriester Drakonakis
Für die Griechisch-Orthodoxe Gemeinde von Antiochien : Priester Esber
Für die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde (z.Z. erkrankt)
Für die Russisch-Orthodoxe Gemeinde : Erzbischof Theofan
Für die Serbisch-Orthodoxe Gemeinde : Priester Gacic 

Die Alt-Orientalischen Gemeinden (in alphabetischer Reihenfolge) :

Für die Armenisch-Apostolische Gemeinde : Erzbischof Karekin Bekdjian
Für die Äthiopisch-Orthodoxe Gemeinde : Priester Dr. Tebege
Für die Koptisch-Orthodoxe Gemeinde : Bischof Damian
Für die Syrisch-Orthodoxe Gemeinde : Priester Teber
Für den Vorstand des Internationalen Konvents Christlicher Gemeinden in Berlin und Brandenburg : Sona Eypper


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