Dokumente : Serbische Orthodoxe Kirche


Stellungnahme des Rates der EKD vom 29.1.1999

1. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland nimmt mit Dank den unter dem Thema "Dialog der Annäherung im Glauben" verfaßten "Gemeinsamen Bericht an die Leitungen der Rumänischen Orthodoxen Kirche und der Evangelischen Kirche in Deutschland über den Stand des Bilateralen Theologischen Dialogs" entgegen, der am 7. Oktober 1998 während der letzten Dialogbegegnung in Bukarest erarbeitet worden ist.

2. Der Rat der EKD stellt befriedigt fest, dass in diesem auswertenden Bericht die Ergebnisse der bisherigen Dialoge als "Annäherung im Glauben" beschrieben werden. Annäherung ist durch beiderseitige Aufgeschlossenheit und gute Rahmenbedingungen der sieben Begegnungen zwischen 1979 und 1995 möglich geworden. Das stärkt die Hoffnung auf eine weitergehende Verständigung zwischen unseren beiden Kirchen.

3. Der Rat der EKD macht sich die Einschätzung des Gemeinsamen Berichtes zu eigen, dass durch diese Gespräche und Besuche theologische Übereinstimmungen erreicht worden sind. Der Rat erkennt darin einen zutreffenden Ausdruck für die rechte Lehre vom Glauben an Jesus Christus, vom Dienst der Kirche und vom christlichen Leben, wie sie im Bereich der Evangelischen Kirche in Deutschland in Geltung steht. Das ist für das Zusammenleben von evangelischen und rumänisch-orthodoxen Christen und Christinnen wichtig.

4. Der Rat der EKD ist der Überzeugung, dass durch diese Gespräche und dazu durch Besuche, die zunehmend auf Gemeinde- und Kirchenkreisebene sowie als Begegnungen junger Theologen und Theologinnen geschehen, eine besondere Nähe zwischen unseren beiden Kirchen entstanden ist. Das verpflichtet uns, diesen Weg einer zwischenkirchlichen Annäherung zuversichtlich weiter zu beschreiten.

5. Daher stimmt der Rat der EKD für die Fortführung dieses Dialogs, zu dem er die Rumänische Orthodoxe Kirche für das Jahr 2000 nach Deutschland einlädt.

6. Unter den in dem Gemeinsamen Bericht genannten weiter zu bearbeitenden theologischen Fragenkreisen erscheinen dem Rat der EKD als besonders vordringlich:

a) die Bedeutung der Hermeneutik für das Verständnis der Schrift und der Tradition;
b) Ekklesiologie als Beschreibung des christlichen Fundaments in der säkularen Gesellschaft.

Darüber hinaus sollten auch die noch strittigen Fragen behandelt werden, die für das Zusammenleben in unseren Kirchen bedeutsam sind (Amtsverständnis, Kirchenverständnis, gegenseitige Abendmahlszulassung, Frauenordination).

7. Nach Auffassung des Rates der EKD sollten bei der Vorbereitung der kommenden Dialoge folgende Gesichtspunkte berücksichtigt werden:

a) eine noch stärkere Abstimmung mit den übrigen bilateralen Dialogen der EKD mit orthodoxen Kirchen sollte ins Auge gefaßt werden;
b) eine gemeinde-praktische Ausrichtung der Themen sollte die Vermittlung der Dialog-Ergebnisse an die Gemeinden erleichtern;
c) um diesen hoffnungsvollen Dialog zu unterstützen, sollten Begegnungen des theologischen Nachwuchses gefördert und weiterhin Stipendien angeboten werden.

8. Der Rat der EKD stimmt der Veröffentlichung des Gemeinsamen Berichtes für seinen Zuständigkeitsbereich zu und bittet die Gliedkirchen der EKD, ihn zusammen mit dieser Stellungnahme auf geeignetem Weg in den Gemeinden und theologischen Ausbildungsstätten bekannt zu machen. Er beauftragt das Kirchenamt der EKD, ihn den Einrichtungen und Gremien der EKD, die mit theologischen Grundsatzfragen befaßt sind, mit der Bitte um Kenntnisnahme und Auswertung zu übersenden.


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