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Panorthodoxe Gremien
Botschaft der Vorsteher
der Orthodoxen Kirchen
aus Anlass des Beginns der Feier der zwei Jahrtausende seit
der Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Fleische
- Wir, die mit Gottes
Hilfe heute am 25. Dezember 1999 - 7. Januar 2000, am Fest der Geburt unseres
Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus im Fleische, durch Gottes Erbarmen
versammelten und gemeinsam die Liturgie in der Bethlehemer heiligen Kirche
der Geburt des Herrn feiernden Vorsteher der Heiligsten Orthodoxen Kirche
senden aus der Höhle, die Gott aufgenommen, den Friedenskuss allen unseren
Brüdern und Konzelebranten überall in der Welt und den Segen von Gott der
ganzen Fülle der Einen Heiligen Katholischen und Apostolischen Orthodoxen
Kirche zusammen mit allen an Christus glaubenden Menschen in aller Welt. Freut
euch immerdar, Brüder, über den Herrn, unseren Gott.
Lob
und Ehrpreis senden wir empor zu unserem in der Dreieinigkeit verehrten Gott,
der in seiner Macht Zeiten und Jahre gesetzt hat, dafür, dass er uns gewürdigt
hat, wohlbehalten dieses historische Datum der Menschwerdung unseres Gottes
zu erleben und an jenem Ort zu weilen, "wo seine Füße standen" (Ps
131 [132],7), wo seine unermessliche Liebe um des Heils der Welt willen "die
Himmel geneigt hat und herabfuhr" (2 Kön 22,10). Jetzt, an der Schwelle
der Beendigung des zweiten Millenniums seit der Geburt Christi steht die in
der Überlieferung der Apostel und heiligen Väter verbleibende Kirche Christi
mit Ehrfurcht vor der unaussprechlichen Menschenliebe Gottes, der in seiner
Liebe sichtlich die Zeit von einem Träger der Vergänglichkeit und des Todes
umgewandelt hat zu einem Mittel des Lebens und der Unsterblichkeit und von
einem bloßen Anzeiger kalendarischer Wechsel, der zur Ordnung des menschlichen
Lebens eingerichtet ward, zu einer Erfahrung der Ewigkeit.
- Für unseren orthodoxen
Glauben erweist sich die Fleischwerdung des Sohnes und Wortes Gottes in einer
bestimmten Zeit und an einem konkreten Ort vor allem als eine Heiligung der
Geschichte und der Welt durch ihre Umgestaltung zum Reich Gottes. Die Zeiteinteilung
nach der Göttlichen Fleischwerdung in einen Zeitabschnitt vor der Geburt Christi
und einen nach ihr erinnert den Menschen daran, dass von jenem Tage an die
Geschichte schon nicht nur vom Blickpunkt der Kräfte dieser Welt, der politischen,
militärischen oder wirtschaftlichen Macht aus gedacht ist und betrachtet wird,
so als ob sie die Zeiten beherrsche, sondern vom Blickpunkt des Reiches der
Göttlichen Liebe, welche den Hauptgrund in der Geschichte darstellt und deren
Ankunft in der Zeit durch die Geburt des Herrn vom Heiligen Geist und der
Immerjungfrau Maria bezeichnet wird.
- Indem wir in der Erkenntnis
dieser Wahrheit den Tag der Geburt des Herrn Jesus Christus an diesem heiligen
Ort seiner Erscheinung feiern, blicken wir in Dankbarkeit gegenüber dem Herrn
und ihrem Bildner auf die abgelaufene zweitausendjährige historische Entwicklung
der Kirche, denn durch den Heiligen Geist hat er sie, die häufig bis auf das
Blut bekämpft wurde, unversehrt bewahrt - zur Bekräftigung seiner Worte, dass
"die Pforten der Hölle sie nicht überwinden" (Mt 16,18). Und wirklich
war das historische Leben der Kirche in diesem langdauernden Zeitabschnitt
ein siegreicher Kampf mit den verschiedenartigsten Feinden, sodass sie sich
mit dem Apostel nichts anderem zu rühmen vermöchte als ihrer "Schwachheiten"
(2 Kor 12,5), sie, die wortwörtlich wie mit "Purpur und Seide" geschmückt
wurde mit dem Blut ihrer Martyrer und benetzt wurde durch die "Ströme
der Tränen" ihrer ehrwürdigen Asketen. Deshalb zeigt die Orthodoxe Kirche
auch weiterhin der heutigen Welt das Kreuz des Herrn, der "sanftmütig
und demütig von Herzen" (Mt 11,29), der einen jeden Menschen unabhängig
von dessen Rasse, Hautfarbe, Geschlecht oder anderer Unterscheidungsmerkmale
liebt - und natürlich den sündigen und "geringen Bruder", den die
Mächtigen dieser Welt häufig zur Erreichung ihrer Ziele opfern wie eine wertlose
Sache.
In
dieser zweitausendjährigen Periode ihrer Geschichte hat die Kirche Christi
häufig auf Grund von Unglücken und wegen der Sündhaftigkeit ihrer Mitglieder,
der Hirten wie der Herde, Wunden davongetragen und den Außenstehenden dem
Anschein nach oder auch tatsächlich Anlass zur Kritik oder zum Auftreten gegen
ihren allheiligen Stifter und seinen heiligen Leib, "der die Kirche ist"
(Kol 1,24) gegeben. Als tragischster Ausdruck dieser Tatsache erwies sich
die in vielem vom menschlichen Egoismus und anderen menschlichen Schwächen
verursachte Spaltung der christlichen Welt, die niemanden, der die Kirche
liebt, gleichgültig lassen kann, und natürlich auch nicht die Bischöfe, die
von Gott zu Hütern ihrer Einheit eingesetzt sind. Die Schande der Spaltung
der christlichen Welt, die wir auf Grund der Gegebenheiten und der Geschehnisse
der zweitausendjährigen Existenz der Kirche geerbt haben, steht uns als eine
klaffende Wunde vor Augen, um deren Heilung unablässig zu beten und beständig
zu sorgen und unermüdlich zu arbeiten wir alle gerufen sind. Gleichermaßen
bedauern wir aufrichtig und tief die Existenz von Schismen innerhalb unserer
Heiligen Orthodoxen Kirche. Noch einmal verurteilen wir diese Schismen und
rufen alle Schismatiker auf, in den Schoß der kanonischen Kirche zurückzukehren.
- Jetzt aber, da wir nach
dem Ausdruck des Apostels Paulus das "hinter uns Liegende vergessen und
uns nach dem Kommenden ausstrecken" (Phil 3,13), schauen wir auf das
neue Jahrtausend mit Glauben an die Vorsehung, die Liebe und das Erbarmen
des allgütigen Gottes und sind uns gleichzeitig der Vielfältigkeit der Probleme,
der Zeitkrise und der Bedrängnis, der der heutige Mensch ausgesetzt ist, bewusst.
Als Hirten der Orthodoxen Kirche, die immer dem Menschen in seinen Problemen
ein Helfer war, können wir all dem gegenüber nicht gleichgültig bleiben, was
das neue Jahrtausend dem Menschen bringt und in Besonderheit dem, dass es
ihm verspricht, wie ein scharf schneidendes Schwert die Probleme zu lösen
und ihn vom Unglück zu befreien, gleichzeitig aber mit neuen Nöten das Überleben
des Menschen als "Bild Gottes" und Schöpfung des "Guten"
bedroht. Indem wir daher den menschgewordenen und auferstandenen Herrn als
Sohn Gottes, als den einzigen Erlöser des Menschen und der ganzen Welt, als
Stifter seiner Heiligen Kirche bekennen, predigen auch wir so die Buße als
einzigen Weg des Heils für jeden Menschen, für jede Zeit, für jede Epoche
und in allen Situationen, wie er sie gepredigt hat und wie dies unsere Väter
wiederholt haben.
- Die Tatsache, dass die
derzeitige eucharistische Versammlung der Vorsteher der Orthodoxen Kirchen
an den heiligen Stätten Bethlehems vollzogen wird und so unsere Einheit offenbar
macht und die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe des himmlischen
Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes empfängt, ruft uns dazu auf,
mit gebeugten Knien und im Gebet den nahe Stehenden wie den Fernen diese himmlische
Engelsbotschaft zu verkünden, welche in jener mystischen Nacht der göttlichen
Geburt des Erlösers erklang: "Ehre sei Gott in den Höhen und auf Erden
Friede, unter den Menschen Wohlgefallen!" (Lk 2,14). Daher richten wir
von diesem heiligen Ort den Aufruf an die Lenker dieser Welt, dass sie den
vielersehnten Frieden in dieser Region und für alle hier lebenden Völker erlangen
und stärken und die in Jahrhunderten geheiligte Ordnung, den Status-quo, der
heiligen Stätten achten. Eine Wallfahrt in friedlichen Zeiten zu diesen allen
Christen der Welt heiligen Stätten bedeutet einen besonderen Segen und eine
geistliche Aufmunterung in Christo und eine Erneuerung für jedes christliche
Bewusstsein, da wir dabei - gemäß der Erkenntnis der Väter des VII. Ökumenischen
Konzils - "den an ihnen aufgewachsenen, erschienenen und im Fleische
erkannten und uns von der Verirrung errettenden Christus, unseren Gott"
erfahren. Da wir jetzt an dieser heiligen Stelle stehen, verspüren wir die
Wichtigkeit der Worte unseres heiligen Vaters Athanasios des Großen über den
menschgewordenen Herrn, "denn jener ist Mensch geworden, damit wir vergöttlicht
würden, und er ist uns im Leibe erschienen, damit wir eine Vorstellung haben
vom unsichtbaren Vater!"
- Von diesem geheiligten
Ort und im Namen des Urhebers des Friedens, Jesu Christi, rufen wir mit großer
Liebe zu ihnen alle Völker und ihre Lenker dazu auf, für eine Beendigung der
Kriege und die Lösung der zwischen ihnen auftretenden Unstimmigkeiten mit
friedlichen Mitteln zu arbeiten, indem sie mit allen Kräften den Geist der
Versöhnung stärken und verbreiten. Die Orthodoxe Kirche ist bereit, dabei
mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln mitzuwirken, die bei weitem nicht
politischen, sondern nur geistlichen Charakters sind, damit die Religion aufhört,
wie dies in der Vergangenheit vorgekommen ist, ein Grund oder Vorwand für
Kriege zu sein und sich stattdessen als beständiger Faktor des Friedens und
der Versöhnung erweist. Erfüllt von diesem Geist wenden wir uns auch an die
anderen großen Religionen, in Sonderheit an die monotheistischen Religionen
des Judentums und des Islam, wobei wir planen, die allergünstigsten Voraussetzungen
für einen Dialog mit ihnen um der friedlichen Koexistenz aller Völker zu schaffen.
Auf der Basis der Lehre des Evangeliums und unserer heiligen Überlieferung
verwirft die Orthodoxe Kirche den Hass gegenüber anderen Überzeugungen und
verurteilt den religiösen Fanatismus, in welcher Gestalt er sich auch zeigen
mag.
- Außerdem reichen wir
von diesem Ort und im Namen des Herrn Jesus, der "sich hingegeben hat
für das Leben und das Heil der Welt", herzlich unsere Hand menschenliebenden
Mitgefühls und der Hilfe all denen, die irgendeiner Art von Diskriminierung
ausgesetzt sind allein aus dem Grunde einer natürlichen, sozialen oder kulturellen
Verschiedenheit. Das zu erwartende Bevölkerungswachstum im neuen Jahrtausend
wird möglicherweise eine Reihe neuer Probleme schaffen und die Koexistenz
und das friedliche Zusammenleben verschiedener Kulturen unersetzlich machen.
Dies darf man allerdings nicht auf dem Wege der Ausmerzung der spezifischen
Besonderheiten der Kulturen im Schmelztiegel einer gleichmacherischen und
monolithischen Globalisierung zu erreichen suchen. . Wir halten es auch für
unerlässlich, die Aufmerksamkeit aller an Christus Glaubenden auf die Erscheinung
einer neuen Form des Götzendienstes zu lenken, die darin besteht, dass Gewalt,
Geld und Wohlergehen vergötzt werden, die dann sinnloserweise drohen, im Leben
der Menschen die Liebe des Dreieinigen Gottes, die Freiheit, die Unwiederholbarkeit
der menschlichen Persönlichkeit ebenso zu verdrängen wie den Vorgeschmack
der Teilhabe am ewigen Gottesreich als dem einzigen wahren Sinn der menschlichen
Existenz.
Bewegt
von dem hohen Gefühl der pastoralen Verantwortung für unserer Herde, möchten
wir das Praktizieren des Proselytismus von Seiten einiger nichtorthodoxer
Bekenntnisse und religiöser Gruppen in jenen Gebieten verurteilen, wo im Verlaufe
von Jahrhunderten die Orthodoxe Kirche Christi ihre pastorale Sorge ausgeübt
hat. Wenn sie nicht die existierende kirchlich-kanonische Struktur, die Prinzipien
der christlichen Moralität und die elementare Ethik einer gegenseitigen Achtung
und eines Verstehens auf echt christlicher Ebene beachten, werden in ihrem
Ergebnis unannehmbare Probleme die Folge sein, die im neuen Jahrtausend zwischen
diesen Christen selbst entstehen werden. Wir nähren die Hoffnung, dass diese
Kirchen und Gruppen die kanonischen Rechte, die Freiheit und die Wahrheit
einer jeden der orthodoxen Kirchen achten.
- Das Nahen des dritten
Jahrtausends seit Christi Geburt findet den Menschen angesichts eines stürmischen
wissenschaftlichen Prozesses, der unter Mitwirkung der Technik die Befreiung
von vielen Krankheiten und eine Verbesserung der menschlichen Lebensqualität
verspricht. Die Kirche begrüßt mit großer Freude diese Anstrengungen, vermerkt
aber auch die Gefahr, die in einem radikalen Eingreifen des Menschen in die
Strukturen und den Bestand der genetischen Eigenheit der Lebewesen verborgen
liegt, wie auch das Verderben einer unbedachten und egoistischen Einmischung
des Menschen in die natürliche Umwelt, als deren Ergebnis das Gleichgewicht
zerstört wird, das die Lebensfähigkeit dieser Umwelt ermöglicht. Angesichts
dieser Gefahr rufen wir alle verantwortlichen Personen dazu auf, dass sie
der Freiheit und Einzigartigkeit der menschlichen Person und der Integrität
der göttlichen Schöpfung dienen, indem sie Grenzen ziehen, in denen sich die
Wissenschaft entwickeln kann. . Außerdem scheinen für das neue Jahrtausend
große soziale Probleme besonders gefährlich zu werden, unter denen schon jetzt
Einzelpersonen wie ganze Völker leiden. Dies sind etwa die Arbeitslosigkeit,
sind Hunger und eine sich ausweitende Kluft zwischen Reichen und Armen, eine
grausame Form der Arbeit, der Handel mit menschlichem Leben, unheilbare Krankheiten
und schwere menschliche Leiden. Die Orthodoxe Kirche hält besonders die Lösung
der kritischen Probleme für wichtig, die die Jugend unserer Zeit von einer
geistlichen Erziehung, von Moralität und sozialer Orientierung abhalten, von
der doch in vielem die Zukunft der menschlichen Gesellschaften und der Menschheit
überhaupt abhängt. Die Hinwendung zu den "Begierden des Fleisches und
den Begierden der Augen" (1 Jo 2,16), zu einem fälschlich so genannten
Verständnis von Religionen und Ideologien, die Zunahme der Drogen und die
unbedachte Abwendung vom Leben in Gott zu einer wahnwitzigen Lebensform bringen
einen Geist des Niedergangs und rufen im Endergebnis einen vorzeitigen geistlichen
und biologischen Niedergang der Jugend hervor. Die Fürsorge, Liebe und besondere
pastorale Sorge der Kirche für die Kinder und die Jugend sind - nach dem Beispiel
des Segens und der Liebe des ewigen Vorbildes für die Jugend, des Herrn Jesus,
für sie - beständig und unwandelbar, damit solchermaßen das Wirken der Jugend
auf dem Feld des evangelischen Glaubens und des Lebens in der Kirche zu einer
süßen Frucht für die Welt werde. Als selbstverständlich erscheint die Ausdehnung
der Hirtensorge der Kirche auch auf das gottgeschaffene Element der Familie,
die immerdar und unbedingt auf der Heiligkeit des geheiligten Mysterions der
christlichen Ehe basiert. Quell zur Inspiration, zur Kraft und zur Erleuchtung
bei der Lösung aller genannten Probleme ist das Licht des Evangeliums und
das aktive Leben der Heiligen unserer Kirche. . In diesem geistlichen Licht
und mit Hilfe des Kriteriums der Achtung der Menschenrechte auf internationaler
Ebene ist es notwendig, die verwandten Tendenzen der Reorganisation zu kontrollieren,
mit deren Hilfe neue staatliche Gebilde erreicht werden sollen, wobei die
bestehenden entweder verschmolzen oder mit schon existierenden Einheiten vereint
werden sollen. Bei dieser Entwicklung muss unbedingt der Willensfreiheit der
interessierten Völker Rechnung getragen werden und es dürfen weder Gewalt
noch ihnen fremde Ideen angewandt werden. Dabei verwerfen wir jegliche Tendenz
zum Nationalismus oder Rassismus, der danach strebt, die orthodoxe Ekklesiologie
zu ersetzen.
- Brüder und Kinder im
Herrn! Dieser heilige Ort Bethlehem erstrahlt jetzt durch die Gnade des in
der Dreieinigkeit verherrlichten Gottes als Ort eines die ganze Welt umspannenden
geistlichen Interesses und richtet jetzt durch uns diese Botschaft der Einheit,
der Liebe, des Friedens und des Segens an alle Welt. Die Pflicht eines jeden
Christen ist es, diese himmlische Botschaft zu empfangen, um das neue Jahrtausend
mit reinem Herzen, mit Demut und Buße zu beginnen. Mögen uns nicht Gefühle
der Furcht und des Pessimismus bestürmen. Die Botschaft der Apostel ist in
diesem Fall die nützlichste und aktuellste: "Die Hoffnung lässt nicht
zu Schanden werden, weil die Liebe Gottes ausgegossen ist in unsere Herzen
durch den Heiligen Geist, der uns gegeben!" (Röm 5,5). Der Erlöser Christus
schenkt den Menschen den Ausweg aus einer jeden Notlage. Christus schenkt
der Welt seinen Frieden, wie er selbst es gesagt hat: "Frieden lasse
ich euch zurück, meinen Frieden gebe ich euch" (Jo 14,27). Christus ist
der Heiland der Welt und eines jeden von uns. "Es ist keine Rettung in
einem andern, und es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der den
Menschen gegeben wäre, in dem wir gerettet würden" (Apg 4,12). Das Frucht
bringende Wirken des heiligen Gottes in der Welt erhöht die menschliche Ohnmacht,
und "was den Menschen unmöglich ist, ist Gott möglich" (Lk 18,27).
Wir orthodoxen Christen schöpfen die persönliche Wiedergeburt und die Heiligung
aus der Teilhabe am heiligen Mysterion der Göttlichen Eucharistie, in dem
wir teilhaftig werden des Leibes und Blutes des Herrn zur Nachlassung der
Sünden und zum ewigen Leben. Deshalb beugen wir jetzt bei dieser eucharistischen
Versammlung zusammen mit der ganzen Orthodoxen Kirche fromm unsere Knie vor
dem allmächtigen Herrn, der auferstrahlt ist aus der Höhle als die Sonne der
Gerechtigkeit, der in der Welt ein Vorbild des Lebens hinterlassen und uns
am Kreuz erlöst hat von der Knechtschaft des Feindes und uns durch seine glorreiche
Auferstehung das ewige Leben geschenkt hat. Von diesem Ort der Geburt des
Erlösers und Herrn ausgehend und immer zu ihm hin wandernd beten wir und glauben,
dass wir alle, wieder geboren im Heiligen Geist, in das neue Jahrtausend eingehen
werden. Brüder, "alles aus Gott Gezeugte besiegt die Welt, und dies ist
der Sieg, der die Welt besiegt hat: unser Glaube!" (1 Jo 5,4). Die Gnade
unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen!
Der Patriarch von Konstantinopel
Bartholomaios
Für das Patriarchat von Alexandreia: Metropolit Chrysostomos von Karthago
Für das Patriarchat von Antiocheia: Metropolit Johannes von Pergamon
Der Patriarch der Heiligen Stadt Jerusalem und Ganz Palästinas Diodoros
Der Patriarch von Moskau und der ganzen Rus‘ Aleksij
Der Serbische Patriarch Pavle
Der Rumänische Patriarch Teoctist
Der Bulgarische Patriarch Maksim
Der Katholikos-Patriarch von ganz Georgien Ilija
Der Erzbischof von Zypern Chrysostomos
Der Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Christodoulos
Der Metropolit von Warschau und ganz Polen Sawa
Der Erzbischof von Tirana und ganz Albanien Anastasios
Für die Kirche der Tschechischen Lande und der Slowakei: Bischof Ioann
von Michalovce
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