Dokumente: Interreligiöser Dialog


Erklärung des Rundes Tisches der Religionen

„Gemeinsam für Toleranz und Integration“

Der Runde Tisch der Religionen in Deutschland , in dem führende Persönlichkeiten der Juden, der Christen, der Muslime, der Buddhisten und Baha'i seit 1998 zusammenkommen, wendet sich angesichts neuer Tendenzen zu Antisemitismus, Islamophobie, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft an die Öffentlichkeit.

Wir erklären, dass wir mit unseren Religionsgemeinschaften uneingeschränkt auf der Basis des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland stehen und entsprechend handeln.

Wir wissen, dass die im Grundgesetz garantierte Freiheit der Religionszugehörigkeit, der Religionsausübung, des Religionswechsels - einschießlich des Rechts, keiner Religion anzugehören - wie auch die Mitwirkung der Religionsgemeinschaften am öffentlichen Leben ein hohes Gut ist, das nur in Toleranz und gegenseitigem Respekt gewahrt werden kann.

Wir wenden uns gegen allen Fanatismus, gerade auch wenn er religiös und weltanschaulich motiviert ist. Toleranz gegenüber Intoleranz und jegliche Duldung von Aktivitäten, die zu Terrorismus führen, dürfen in unserer Gesellschaft und damit auch in unseren Religionsgemeinschaften keinen Platz haben. Wir sehen die gesellschaftliche Vielfalt als einen Reichtum an. Wir fördern alles, was der Integration dient.

In allen Religionen gibt es die Aufforderung zur Mitmenschlichkeit und zum Frieden, zur Achtung der Würde des einzelnen Menschen und zur Bewahrung der Lebensgrundlagen. Diese gemeinsame Botschaft des Friedens, der Toleranz und der gegenseitigen Achtung zu fördern und auch in unserer Gesellschaft wirksam werden zu lassen, ist die wesentliche Aufgabe des Runden Tisches der Religionen.

Wir setzen uns deshalb dafür ein,

Wir laden ein, hierfür in allen Städten und Regionen Deutschlands Zeichen zu setzen.

 

Mainz, am 1. Dezember 2004

Für den Nationalen Geistigen Rat der Bahá i: Dr.N. Towfigh
Für die Deutsche Buddhistische Union: Dr. Alfred Weil
Von der Evangelischen Kirche: Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter
Islamrat: Ali Kizilkaya, Vorsitzender
Kommission der Orthodoxen Kirche: Ipodiakon Nikolaj Thon, Geschäftsführer
Von der Römisch-Katholischen Kirche: Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke
Vom Zenralrat der Juden in Deutschland: Landesrabbiner em. Dr. Henry Brandt
Zentralrat der Muslime in Deutschland: Dr. Nadeem Elyas, Vorsitzender

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