Besorgt über die zunehmende Gewaltanwendung im Vorderen Orient, insbesondere
die Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Palästinensischen Autonomie
rufen wir als orthodoxe Bischöfe Deutschlands eindringlich dazu auf, dass
sowohl auf Seiten der israelischen wie der palästinensischen Behörden
alles getan wird, um die Spirale der Gewalt zu beenden.
Wir fühlen hier unsere besondere Verantwortung als Hirten der Orthodoxen
Kirche, da auch zahlreiche unserer Brüder und Schwestern im Glauben, nämlich
orthodoxe Christen, sowie ihre Klöster und Kirchen in den letzten Monaten
- vor allem in den palästinensischen Gebieten - Opfer von Gewalt geworden
sind und unter den dortigen Umständen leiden.
Ihnen gelten ebenso unsere Solidarität und unser Mitgefühl wie allen
anderen unschuldigen Opfern der Gewalt in Israel, egal, welcher Religion oder
Nationalität, welchem Volk oder welchem Staat sie angehören.
Wir sind davon überzeugt, dass kriegerische Auseinandersetzungen und militärische
Gewalt nicht zu einer dauerhaften Lösung der Konflikte führen können,
dass letztlich die Zerstörung der Lebensmöglichkeiten des palästinensischen
Volkes durch Militäreinsätze ebenso wenig gerechtfertigt werden können
wie die Selbstmordattentate in Israel.
Von daher appellieren wir an alle Parteien in diesem Konflikt eindringlich,
Jerusalem und das ganze Heilige Land wieder zu einem Ort des Friedens werden
zu lassen, und mit dieser Zielsetzung unverzüglich die Gewaltanwendung
zu beenden und an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Daher wollen wir in diesen Tagen inständig den allmächtigen Gott bitten,
dass Er allen Verantwortlichen den Geist des Friedens und der Versöhnung
schenke, und rufen auch unsere Gläubigen in all unseren Gemeinden auf,
sich mit uns in diesem Gebet zu vereinen: "Um den Frieden von oben lasset
uns den Herrn bitten!"
Düsseldorf, 28.9.2002
(Verabschiedet
bei der Versammlung der orthodoxen Bischöfe Deutschlands am 27. September
in der Vertretung der Russischen Orthodoxen Kirche in Düsseldorf)
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