Kirchliches Leben: Liturgia

Jakobs Kampf mit Gott

von Metropolit Dr. Serafim*

Versammelt in diesen dem Mysterium der Kirche geweihten Tagen verfolgt eine geistliche Meditation über die Persönlichkeit des Jakob auch ein ganz besonderes Interesse: Mit den Augen des Glaubens und des Lichtes des Heiligen Geistes betrachtet sehen wir, wie dieser biblische Patriarch ein Paradebeispiel des Gläubigen darstellt, dessen Heiligkeit das Leben der Kirche begründet. Die Kirche gründet auf dem Glauben und den Gotteserfahrungen, die die Heiligen machen; deshalb wird Sein Volk ein "heiliges Volk" (communio sanctorum) genannt. Die Persönlichkeit des Patriarchen Jakob zeigt drei grundlegende Aspekte des heiligen Lebens an: die Bedeutung der Erkenntnis, den Sinn des geistlichen Kampfes und den Beginn eines Lebens als Person.

1. Jakob galt von alters her - selbst bei den jüdischen Kommentatoren - schon als Urtyp des Theologen. Er ist es, der sich darum bemüht, in Verbindung zu treten mit der göttlichen Welt und Gott zu erkennen, den er bittet, ihm Seinen Namen zu offenbaren. Der Christ, der Heilige, ist demnach nach dem Vorbild des Jakob der, der von Gott verlangt, dass Er Sich ihm offenbart. Gott wiederum bewahrt sich die Freiheit, der Unerkennbare, der Unbegreifbare, der absolut Transzendente zu bleiben und daher auch Seinen Namen nicht zu offenbaren. Gotteserkenntnis geschieht wesentlich dadurch, dass der Dreimal-Heilige gerade nicht offenbart, wer Er ist. Er widersteht und offenbart sich so als der Unerkennbare und Ganz-Andere, den zu erkennen dem menschlichen Vermögen nicht gegeben ist. Er übersteigt jeden Namen und jede Definition wie überhaupt jedes menschliche Denkkonzept. Und doch erkennt Ihn der Heilige, der Theologe, durch den Heiligen Geist: es wird ihm klar, dass der, der ihn sendet und es ablehnt, seinen unaussprechlichen und unsagbaren Namen ihm zu offenbaren, Gott ist; auch den Emmausjüngern wird vom selben Heiligen Geist offenbar werden, dass Der, der die Brote segnete, der Herr selbst war.
Der heilige Theologe erscheint nach einem Wort der heiligen Väter in jener Figur des Jakob als der, der betet, der sich an Gott den Herrn wendet und zu Ihm spricht, der Ihn anfleht und um Seinen Segen bittet und darauf beharrt, dass Er Sich ihm offenbare. Der Theologe redet nicht theoretisch über Gott oder was mit Ihm in Zusammenhang steht: er spricht zu Ihm und fleht Ihn an, Sich ihm zu offenbaren. Denn es gibt keine andere Gotteserkenntnis als die, die Gott Selbst über Sich zulässt. Wir wissen nichts von Gott als das, was Er Selbst von Sich zu erkennen geben will. Der Theologe erkennt Gott außerdem in dem, worin Gott ihn schmerzhaft auf die Probe und die Kreuzesnachfolge stellt, ihn segnet und Sich ihm auf diese wunderbare Weise offenbart. Dies geschieht gerade, ohne Seinen Namen zu nennen auf eine apophatische Weise. Jakob stellt uns hier eine Art Gotteserkenntnis vor Augen, die sich von dem unterscheidet, was uns der heilige Patriarch Abraham und der Prophet Mose vorgeben: denn diesen beiden Heiligen offenbart sich der Herr auf eine positive kataphatische Weise: "Ich bin, der ich bin", sagte der Herr im brennenden Dornbusch.
In der Figur des Jakob sehen wir dagegen eine andere Form der - mystischen - Gotteserkenntnis: statt seinen Namen zu offenbaren, antwortet der Herr auf die Bitte des Heiligen mit der Frage: "Warum fragst du nach meinem Namen? " Die mystische Gotteserkenntnis manifestiert sich zwar als eine Offenbarung im Unsagbaren, in der Apophase, ist aber dennoch eine reale Erkenntnis, weil Jakob, der Urzeuge der mystischen Theologen, mit Überzeugung ausruft: "Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen" und den Ort dieses Geschehens "Penuel", "das Antlitz Gottes" nennt.
Jakob lehrt uns auf diese Weise zunächst, dass das Ziel des menschlichen Daseins die Erkenntnis Gottes ist. Diese geschieht im Gebet zu Ihm, im Dialog mit Ihm, in der anhaltenden Bitte um Offenbarung und schließlich in der Erleuchtung der Augen durch die Einsicht, die von der Gnade des Heiligen Geistes geschenkt wird. Über die Schau Gottes von Angesicht zu Angesicht schreibt der heilige Paulus wie alle mystischen Theologen häufig, auch die Gottesdienste in der Großen Festenzeit vor Ostern handeln davon. Die Schau Gottes ist das höchste Ziel und daher der Sinn unserer Existenz.
Gleichzeitig zeigt uns das Bild des Patriarchen Jakob auch, dass es den Zugang zu dieser höchsten Erkenntnis und daher zur Krönung unseres Lebens nicht ohne Kampf und Leiden gibt - es gibt ihn nicht ohne das Kreuz.

2. Der Sinn des geistlichen Kampfes wird von der berühmten Figur des Patriarchen Jakob und seiner Auseinandersetzung mit dem Engel des Herrn ausgedrückt. Die frühen Kommentatoren haben in dieser Episode das Urbild des läuternden Kampfes gesehen und in Jakob selbst zuerst einen Kämpfer, einen Lehrmeister der Askese, bevor sie ihn als "Gottesseher" deuteten. Dies war die Interpretation des jüdischen mystischen Theologen Philo. Wenn die Askese den Kampf zur Befreiung von der Knechtschaft der Leidenschaften darstellt, dann reicht ihr Sinn hier noch weiter. Denn wir sehen den heiligen Patriarchen hier, wie er einem "Engel des Herrn" trotzt, was gleichbedeutend mit Gott selbst ist: ein "Jemand", ein "Gegner", ein anonymer Gegenüber, der, wie sich herausstellen wird, Gott ist.
Es ist hier die alte christliche Interpretation aufzunehmen, die in der von Jakob gesehenen Himmelsleiter im Kapitel 28 der Genesis (1. Mose) eine Präfiguration des heiligen Kreuzes erblickt und in seinem Kampf mit dem Engel einen "Kampf der Liebe" (hl. Ephraim der Syrer). Wir sehen hier, dass der geistliche Kampf nicht nur ein negativer Kampf ist gegen die Sünde und die Dunkelheiten der Unwissenheit, in denen das menschliche Dasein eingeschlossen ist aufgrund seiner Leidenschaften: es ist auch ein positiver Kampf, eine Anstrengung, um zur Erkenntnis von jemand zu gelangen, zum Gewinn von interpersonaler Gemeinschaft. Eusebios von Kaisareia nennt Jakob den "Freund Gottes": doch es brauchte einen großen Kampf, um diese Freundschaft und Vertrautheit mit Gott zu erlangen. Und er hat sie nicht gegen sich selbst und die eigenen kreatürlichen Grenzen als sündhafter Mensch erlangt, sondern gegen Gott Selbst und den Widerstand, den Er leistete. Es ging folglich darum, Gott über Gott für sich in einem Kampf einzunehmen, "stark gegenüber Gott" zu sein, wie der Name "Israel", den Jakob später erhielt, sagt - "stark gegenüber Gott" und sogar stärker als Gott: denn sein göttlicher Widersacher, sagt die Heilige Schrift, "erkannte, dass er Jakob in diesem Kampf nicht überwinden konnte".
Es geht hier um einen Kampf, der die gewöhnlichen Kräfte des Menschen weit übersteigt: Du musst dich Gott gleichstellen in einem Kampf, um ihn für dich zu gewinnen? Um den Herrn zu besiegen? Um den Herrn zu zwingen, sich geschlagen zu geben? Nachdem er seinen Bruder überlistet hat, "überlistet" Jakob, dessen Name "der Hinterlistige" bedeutet, Gott den Herrn in Seiner Allmacht und bringt Ihn dazu, seinen Niederlage anzuerkennen. Denn der Herr bekennt Seine Schwäche, wenn Er Seinen Widersacher an der Hüfte verletzt: Er lähmt seinen menschlichen Gegner, um trotzdem durch eine göttliche List im Kampf gegen den zu siegen, der nach seinen eigenen Worten "stärker ist". Es gibt in der ganzen Heilsgeschichte keine vergleichbare Episode. Und wenn der heilige Kyrillos von Alexandrien Jakob "den gottähnlichen Jakob" nennt, geschieht dies zu Recht, weil sich der Patriarch im Kampf mit Gott misst.
Der Kampf titanischen Ausmaßes, den Jakob mit seinem anonymen Gegner führt, der niemand anderer als Gott der Herr selbst ist, der Schöpfer des Himmels und der Erde, des sichtbaren und unsichtbaren Universums, stellt uns die gott-menschliche Dimension des geistlichen Kampfes vor Augen. Um zu einem Freund Gottes und noch mehr zu einem Kind Gottes zu werden, um zu der Vergöttlichung zu gelangen, von der die heiligen Väter sprechen, die davon handelt, dass wir der Gnade nach göttlich werden, müssen wir uns mit aller Konsequenz Dem aussetzen, der "uns vor Augen" ist, dem "Gegner", dem "Anderen" schlechthin, d.h. dem, der der Archetyp unseres Wesens ist: Dem, "nach dessen Ebenbild und Antlitz wir geschaffen sind" von Anfang an. Das Ebenbild des Urbildes, also der Mensch, muss einen geistlichen und heiligen Kampf führen mit dem Urbild, dessen Ebenbild er ist, um dem Urbild immer ähnlicher zu werden. Der Übergang vom kreatürlichen Dasein als "Ebenbild" Gottes zum Stand des dem Urbild "gleichen" Geschöpfes hin, das der Gnade nach gottähnlich wird - wie wir es von den Heiligen sagen -, geschieht nicht ohne das gewaltige Wirken des Heiligen Geistes. Sich Gott gleichzustellen - ja der Wunsch, Ihm gleich zu werden -, ist ein satanischer Wahn, der das menschliche Sein zum Tode führt.
Hier geht es aber um etwas anderes. Gott selbst provoziert Jakob: "Jemand kämpfte mit ihm". Der Herr selbst provoziert diesen Kampf, aus dem der Mensch als Sieger hervorgehen wird; Gott will überwunden sein durch den, der geisterfüllt auf diese Provokation antwortet und kämpft, bis er eine Offenbarung Seiner Selbst erhält. Der Herr will erobert sein; Er ist der Gott der Kämpfe, der Gott der himmlischen Heerscharen, doch in diesem Kampf ist der Mensch Gottes Gegner, den Gott erwählt, um Sich ihn zum Freund zu machen am Höhepunkt der gott-menschlichen Konfrontation, der gewaltigsten und mystischsten Weise, die es überhaupt gibt. "Von den Tagen Johannes des Täufers bis heute leidet das Himmelreich Gottes Gewalt, und die Gewalttätigen reißen es an sich", heißt es in der Heiligen Schrift (Mt 11,12).
Doch es geht nicht nur um die, die sich selbst stark machen für den Kampf gegen die Leidenschaften und die Sünde: es geht auch um die, die Gottes gewaltiges Werk zu ihrem eigenen machen, die sich mit Ihm messen, um Identität mit Ihm zu erlangen. Die mystische Erfahrung, die mystische Theologie - das ist die Erfahrung der Benutzung von gewaltiger Kraft, um zur vollkommenen Erkenntnis der Wahrheit zu gelangen: Gott offenbart und schenkt sich gerade den Starken und denen, die diese Kraft nutzen, um Ihn zu erobern. Der Allmächtige schenkt Sich ihnen nicht, ohne bis zuletzt zu widerstehen, ohne es bis zuletzt abzulehnen, ihnen Seinen unaussprechlichen Namen zu offenbaren: darin bleibt er unbesiegt. Nur was die Nichterkenntnis betrifft, bleibt der Mensch besiegt und muss dies auch eingestehen; auch wenn er mit all seinen Kräften mit dem Urbild Gottes, dessen Ebenbild er ist, konfrontiert wird, darf das menschliche Wesen seinen kreatürliche Position nicht vergessen. Und wenn er Gott darum bittet, ihn zu segnen, erkennt er ihn als seinen Herrn an.

3. Die Bedeutung des geistlichen Kampfes besteht genauso in der Offenbarung der menschlichen Person selbst. Die Erzählung vom Kampf des Jakob offenbart einen Prozess doppelter Erkenntnis: die Offenbarung der ungeschaffenen göttlichen Person - "Gott von Angesicht zu Angesicht" - und die Offenbarung der menschlichen Person. Der Herr offenbart sich uns selbst, gleichzeitig aber offenbart er uns uns selbst. Wir kennen uns selbst nicht; doch wir entdecken uns selbst in der Auseinandersetzung mit Gott. Der Sinn des geistlichen Kampfes ist die wechselseitige Erkenntnis, die Erkenntnis des menschlichen Wesens und die Erkenntnis Gottes. Gott offenbart sich im geistlichen Kampf, doch auch das menschliche Wesen offenbart sich in seiner Stärke wie in seiner Schwäche. Gott und Mensch offenbaren sich einander als Person (Hypostasen) in einer Offenbarung von Person zu Person ("inter-hypostatisch"), die aus der geistlichen Auseinandersetzung geboren ist: Gott ist für den Menschen ein Gegner und der Mensch ist ein Gegner für Gott und sie allein sind sich würdige Gegner; und gerade in diesem Kampf, wo sich einer am anderen misst, lernen sie sich gegenseitig kennen und offenbaren sich einander als Person (Hypostasen).
Wir glauben, dass vor allem im Gebet der Mensch sich an Gott misst, wenn er zu Ihm als Person betet. Denken wir an das immerwährende Nachtgebet, das einige Heilige an den Herrn richten. Stundenlang kann der Gläubige diesen konzentrierten Kampf mit Gott führen, um eine Offenbarung Seiner göttlichen Person und Selbsterkenntnis als Mensch zu gewinnen. Wie die beharrliche Witwe aus dem Evangelium ist der Gläubige imstande, von Gott nicht nur immer wieder die Heilung seiner Krankheiten zu erbitten, die Vergebung der Sünden und die Erlösung der ganzen Menschheit, sondern vor allem auch darum zu bitten, dass Gott Sich mitteilt uns sagt, wer Er ist. Das Gebet wird zusammen kommen mit dem Fasten, mit den Verbeugungen vor Christus, mit der Lektüre des Psalters - alles Mittel über die wir verfügen, um zu Gott zu kommen und Ihn gnädig zu stimmen und Ihn dazu zu bringen, sein Überwundensein zuzugeben: Gott zu überwinden, um Ihn in all Seiner Schwäche zu kennen und uns selbst in all unserer Schwäche zu kennen.
Diese ganze wechselseitige Offenbarung wird ausgedrückt im Geheimnis des Namens. Als Jakob den Herrn nach der Offenbarung Seines Namens fragte, dann fragt er ihn letztlich nach der Offenbarung Seiner Identität als Person (Hypostase), denn Gott ist nicht etwas Unpersönlich-Göttliches, sondern eine Person, so wie Er sich Mose offenbaren wird. "Ich bin, der ich bin". Und der neue Name, den Jakob erhält - "du wirst nicht mehr Jakob, sondern Israel heißen" - ist ein Zeichen der Offenbarung der Person (der Hypostase) in der Schöpfung.
Es ist ein Wechsel, der Jakob dazu bringt, von einer Existenz nach menschlichem Maß - in diesem Fall wie die seines Bruders Esau - in eine Existenz nach dem Maßstab Gottes zu wechseln. Das Leben des Menschen als Person oder als Hypostase kann keine andere Quelle haben als die intensive Beziehung der Person zu der Person Gottes. Die Konfrontation mit dem "Urbild" führt zur Offenbarung der Identität, einer Identität, die von Gott geoffenbart ist und nicht das Produkt einer menschlichen Spekulation. Dieser "neue Name" ist der Name, den wir bei der Taufe erhalten oder wenn wir in den Mönchsstand eintreten oder gar in die künftige Welt, wenn Gott es ermöglichst, uns selbst in der Fülle zu offenbaren (Offb 2,17).
So besteht ein geistlicher Kampf im mystischen Leben, in der Erfahrung der Mystischen Theologie, eine geheimnisvolle und plötzliche geistliche Taufe, in der der Gläubige seine Identität und Funktion oder seine Mission unter den Menschen entdeckt. Dies ist ein wahrhaftiger Tod und eine wahrhafte Auferstehung, die die Zukunft der geschaffenen Person markiert. Deshalb sagt Jakob: "Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht geschaut und bin dennoch am Leben".
In der Erfahrung der gewaltigen Offenbarung Gottes war der mystische Theologe stärker als der Tod. Einige alte Kirchenväter sehen in Jakob ein Modell des auferstandenen Christus: der Kampf, um in ein Leben als Person einzutreten oder um das Leben als Person (Hypostase) zu manifestieren, um in ein Leben als Kinder und Freunde Gottes einzutreten oder die Wesenseigenschaften dessen zu manifestieren - all das ist ein Kampf, in dem das Leben stärker ist als der Tod. Eine wahre Person ist wie ein vom Tode auferstandenes Wesen. Es hat vom individuellen Leben - Jakob - zum gemeinsamen und interpersonalen Leben gewechselt. Israel ist der Name eines Volkes und eines Landes.
Zusammenfassend lässt sich als Ergebnis dieser biblischen Meditation sagen, dass diese Episode des Kampfes Jakobs den Typos der geistlichen Widergeburt markiert. Der Sinn dieses geistlichen Kampfes ist nicht nur die persönliche Läuterung durch den Verzicht auf die Sünde und die Leidenschaften; er ist eine Läuterung "für Gott", wie der heilige Gregorios von Nyssa im Blick auf den Theologen schreibt.
Das Fasten, das Gebet, die Barmherzigkeit, die Verwandlung der Sinnesfreuden in Selbstaufopferung, kurz gesagt alle Bemühungen um ein gelingendes Zusammenleben und um Buße, die das Leben des Christen auszeichnen, haben die Erkenntnis Gottes zum Ziel und nicht nur die Übereinstimmung mit dem Moralgesetz. Die mystische Erkenntnis ist der Sinn der Askese. Und gleichzeitig, wie wir gesehen haben, die Selbsterkenntnis, so wie Gott uns erkennt: von Gott also die einzige wesentliche Selbsterkenntnis zu gewinnen und über unsere eigene Person. Dadurch gelangen wir auch zum Geheimnis der Kirche, des "neuen Israel", in der jeder auf eine "katholische Weise", also in der Fülle, Mitglied ist.
Der geistliche Kampf, die mystische Erkenntnis Gottes eröffnen uns auf eine bestimmte Weise das kirchliche Leben, indem sich die Person mit dem Volk Gottes identifiziert, auch wenn sie nur ein einziges individuelles Mitglied ist. Die Kirche ist keine soziologische Einrichtung: sie ist die Gemeinschaft all derer, die durch die Gnade des Heiligen Geistes, die sie in der Taufe und den anderen Sakramenten empfangen haben, den Leib bilden, dessen Haupt das fleischgewordene Wort und der lebensspendende Heilige Geist sind ... weil Gott Sich Selbst den Gläubigen offenbart und die Gläubigen sich selbst offenbaren.

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*Bibelarbeit während des Ökumenischen Kirchentages in Berlin zu Gen 32, 23-33.


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