Kirchliches Leben : Orthodoxe Mission


Die Anfänge der Orthodoxie in Ostafrika

von Erzbischof Makarios (Tillyrides) von Simbabwe

Orthodoxie ist Ausdruck der Tradition und der Lehre Jesu Christi seit der Zeit des ersten Pfingsten, als Feuerzungen des Heiligen Geistes auf die Jünger herabkamen. Von Pfingsten an bis zum heutigen Tage ist die Orthodoxie der apostolischen Tradition treu geblieben. - In Ostafrika hatte die Orthodoxie einen ganz einzigartigen Anfang, denn sie war weder das Resultat einer missionarischen Evangelisierung noch war sie anfänglich inspiriert von europäischer / weißer Einführung. Die Orthodoxie in Ostafrika hatte zwei Brennpunkte: Uganda und die Zentralprovinz Kenia.

Die 1930er Jahre - die Kolonialmissionare

In den 1930er Jahren war es die Einstellung der Kolonialregierung und der fremden Missionare, insbesondere des kolonialen Mutterlandes, des Vereinigten Königreichs, daß den Afrikanern eine minimale Erziehung vermittelt werden sollte, und zwar unter der direkten Aufsicht der Missionare. Dabei beabsichtigte die Kolonialregierung allerdings weder die Verleihung des Wahlrechtes an die Eingeborenen, noch hatte sie die Finanzen, um die Verantwortung für die Erziehung der Afrikaner zu übernehmen. Es waren vielmehr die Missionare, die die Überzeugung vertraten, daß das Christentum mit einer Übertragung der Kultur verbunden werden müsse. Dies führte in den Kikuyu-Gebieten zur Konfrontation: Der - mit dem Einverständnis des Kolonialregimes - zunehmende Druck durch die Missionare, die Kikuyu dazu zu zwingen, ihre Traditionen aufzugeben, stieß auf harten Widerstand. Die Frage der Frauenbeschneidung wurde schließlich zum Stolperstein: Große Zahlen von Kikuyu boykottierten die Missionsschulen und -kirchen. Sie gründeten dann ihre eigenen Schulen in einem Prozeß, der als Harambee bekannt ist.

Der Boykott der Missionsschulen - Abspaltungs-Vereinigungen der Kikuyu

Es gab zwei Gruppierungen: Die Unabhängigen - die Kikuyu Gesellschaft für Unabhängige Schulen (Kikuyu Independant School Association = KISA) und die Karinga - die Kikuyu Karinga Erziehungs-Gesellschaft (Kikuyu Karinga Education Association = KKEA). Das Wort "Karinga" bedeutet in Kikuyu "orthodox" oder "rein", und die Glieder dieser Gruppe wollten ihre kulturellen Traditionen, Identität und Überzeugungen bewahren, sie wollten aber auch das Christentum in seiner reinsten Form.

Die Kikuyu-Gemeinschaft unterstützte ihre Schulen stark, und schon bald gab es solche in beträchtlicher Zahl nicht nur in der Umgebung von Nairobi, sondern auch in den ländlichen Gegenden. Die etablierten Missionen stellten sich entschieden gegen diese Schulen und versuchten die Regierung zu deren Schließung zu drängen, aber die Schulen erreichten doch die Erlaubnis weitermachen und gedeihen zu dürfen.

Zu dieser Zeit wurden allerdings die Schulen durch die Kirchen finanziert, so daß die Kikuyu, sobald sie die Missionskirchen verlassen hatten, auch keine Schulen hatten. Die Organisation der Karinga-Schulen sorgte für die erzieherischen Bedürfnisse ihrer Kinder, aber sie waren ohne kirchliche Anbindung. Zwischen 1935 und 1937 näherten sich die Unabhängige KISA und die Karinga KKEA in ihren Bemühungen einander an.

Bischof Daniel Alexander: Die Afrikanische Orthodoxe Kirche in Südafrika

Die lokalen Organisationen der KISA und KKEA hatten von einem Bischof Daniel Alexander von Südafrika gehört. Sie beschafften Gelder und arrangierten, daß Bischof Alexander nach Kenia kam und religiöse Unterweisung für Glieder beider Organisationen brachte - mit dem Ziel, eine einheimische Kirche legitimen Ursprungs zu gründen.

pioneers.jpg (14970 Byte)Bischof Alexander war der Vorsteher der sog. "Afrikanischen Orthodoxen Kirche (AOC)" in Südafrika. Diese Kirche war unabhängig von jedweder von Weißen dominierten Kirchenorganisation und unterhielt Verbindung zur "Afro-Amerikanischen Afrikanischen Orthodoxen Kirche". Bischof Alexander verbrachte 16 Monate in den Kikuyu-Gebieten, wo er von seinem Sitz in Muranga aus wirkte. Er taufte und lehrte - und unterzog vier junge Männer, die von den Unabhängigen und den Karinga vorgeschlagen worden waren, einer besonderen religiösen Unterweisung. Zwei von ihnen, von Kiambu und Nyeri, wurden zu Priestern ordiniert. Sie wurden die ersten Priester der nun so

genannten "Afrikanischen Orthodoxen Kirche in Kenia". Die anderen, von Embu und Muranga, wurden zu Diakonen geweiht, doch sie entschlossen sich, der Orthodoxie nicht weiter zu folgen und gründeten schließlich die Afrikanische Unabhängige Pfingst-Kirche (African Independent Pentecostal Church = AIPC). Während der 1930er Jahre hatte Bischof Alexander ebenso zwei Priester in Uganda geweiht. Auch diese hatten die von Fremden dominierte Kirche abgelehnt und daher die Anglikanische Kirche verlassen.

Die Ursprünge der Afrikanischen Orthodoxen Kirche

Nach dem 1. Weltkrieg gab es in den Vereinigten Staaten von Amerika eine starke Demonstration von schwarzer Unabhängigkeit und kulturellem Nationalismus. Aus dieser Bewegung für die Anerkennung schwarzer Rechte heraus entstand die "Afrikanische Orthodoxe Kirche" durch Farbige westindischer Herkunft und war der Universellen Gesellschaft für Verbesserungen für Neger (Universal Negro Improvement Association = UNIA) eng verwandt.

Die "Afrikanische Orthodoxe Kirche (AOC)" umfaßte hauptsächlich schwarze Anglikaner (Episkopalisten), die mit der weißen Dominanz ihres religiösen Lebens unzufrieden waren. Die Kirche benutzte UNIAs offiziellen Informationsdienst "The Negro World", um ihre Botschaft von der Schaffung einer schwarzen Kirche, die auf der apostolischen Tradition basiere, zu verkünden. 1924 ersuchte William Daniel Alexander die AOC, ihre Tore in Südafrika zu öffnen. Alexander war ein schwarzer südafrikanischer ehemaliger anglikanischer Kleriker und Mitglied einer eingeborenen Kirche schismatischer Art. Schließlich wurde er der erste Bischof der AOC in Afrika.

Die AOC in Amerika wurde zu dieser Zeit von einem George Alexander McGuire geleitet, der von Britisch-Westindien kam. Er war anglikanisch getauft, durch die Herrnhuter Brüdergemeine erzogen und Pfarrer der Sekte von St. Croix auf den Jungfrauen-Inseln geworden. Später immigrierte er in die Vereinigten Staaten und arbeitete eine Zeit lang für die Afrikanische Methodistische Episkopal-Kirche. Von dort wechselte er zur Protestantischen Episkopal-Kirche und wurde Erzdiakon für die Arbeit mit Farbigen in der Diözese von Arkansas, die höchste Position, die er als Schwarzer anstreben konnte. McGuire brach aber dann mit dieser Kirche in New York und beteiligte sich stark an der Black Nationalist-Bewegung, die von der UNIA begründet worden war. 1920 wurde er Hauptgeistlicher der Organisation, und innerhalb eines Jahres hatte er die Afrikanische Orthodoxe Kirche eingerichtet.

Es war dies für Farbige eine Zeit der Desillusionierung und Enttäuschung über ihren Status und die Verordnung diskriminierender Gesetze. Dies galt nicht nur für den amerikanischen Süden, sondern auch für die Städte im Norden, wo die Diskriminierung oftmals noch schlimmer war. Es war auch die Zeit, als die Idee der unterschiedlichen Entwicklung der Rassen in die Öffentlichkeit gelangte. Die Hauptkirchen, wie die Episkopal-Kirche (Anglikaner), wollten zwar den Schwarzen den Glauben bringen, wollten aber nicht als Anwälte politischer und sozialer Gleichheit angesehen werden.

Motiviert durch seine Erhebung zum Hauptgeistlichen der UNIA-Bewegung entwickelte McGuire die Idee einer universalen Schwarzen Kirche, die Schwarze aller Denominationen vereinen würde. Der Führer der UNIA trat jedoch diesem Konzept einer universalen Schwarzen Kirche und der geplanten Angliederung der Kirche an seine Bewegung heftig entgegen. McGuire trat daher aus der UNIA aus und gründete die Afrikanische Orthodoxe Kirche, wobei ihn die lokalen Mitglieder zu ihrem Bischof ausriefen.

Warum gerade die Orthodoxie ?

Warum war gerade die Orthodoxie das erhoffte Ziel? Anders als die anderen Denominationen war die Orthodoxie niemals verbunden mit Rassismus, Kolonialismus oder religiösem Imperialismus. Sie hatte sich nicht in universale Missionstätigkeit verwickelt. Ferner waren die Orthodoxen in Amerika nicht mit dem Establishment verbunden und sahen sich oftmals der gleichen Diskriminierung gegenüber wie die Schwarzen. Außerdem existierte die Orthodoxie in Gebieten mit farbiger Bevölkerung, nämlich in Ägypten, Äthiopien, Indien und dem Mittleren Osten, und in den Augen der Glieder der Afrikanischen Orthodoxen Kirche waren die orthodoxen Christen aus diesen Gebieten verwandte Seelen.

Vorausgegangene Kontaktnahmen mit der Römisch-Katholischen und der Episkopal-Kirche waren fruchtlos geblieben: Keine wollte die Afrikanische Orthodoxe Kirche anerkennen oder in ihre Gemeinschaft aufnehmen. Es gab auch Gespräche mit der Russischen Orthodoxen Kirche, die annehmbar verliefen: abgesehen vom Wunsch der Russischen Orthodoxie, die AOC auf den Status einer Mission zu reduzieren.

Bischof Rene Vilatte - Die Altkatholische Kirche

Schließlich kam McGuire in Kontakt mit dem Bischof einer schismatischen katholischen Kirche, die sich als Altkatholische Kirche bezeichnete, und empfing von ihm die Bischofsweihe. Dieser Bischof war Rene Vilatte, der seinerseits die Weihe von einer orientalisch-orthodoxen Kirche empfangen hatte und jetzt den Titel Mar Timotheos führte und sich als "Altkatholischer Erzbischof von Nordamerika und erster Primas der Amerikanischen Katholischen Kirche" bezeichnete. Er war einer jener "freikatholischen Bischöfe", die zwar gültige Weihen haben, aber niemals von einer der etablierten Kirchen anerkannt worden sind. In Paris geboren und ursprünglich römisch-katholisch erzogen, schwankte er lange Zeit zwischen Katholizismus und Protestantismus. Später ging er nach Kanada und war sehr aktiv im Sinne eines missionarischen Eifers. Schließlich wurde er vom alt-katholischen Bischof von Bern, Eduard Herzog, zum Priester geweiht. Rene Vilatte kehrte dann in die Vereinigten Staaten zurück, wo er seine Arbeit fortsetzte, aber er traf auf viele Schwierigkeiten, besonders bei seinem Wunsch, den Episkopat zu erreichen. Da er weder die legitime Katholische Kirche noch die Hierarchen der Russischen Kirche bewegen konnte, ihn zum Bischof zu weihen, schaute er sich weit und breit nach einer Alternative um.

1880 hatten römische Katholiken in Südindien, geführt von einem Leihpriester, mit Rom gebrochen. Der Priester, Antonio Franscisco Xavier Alvares erbat die Bischofsweihe von der Syro-Jakobitischen Kirche von Malabar, die eine orientalisch-orthodoxe Kirche unter der Jurisdiktion des Patriarchen von Antiocheia ist. Patriarch Ignatios Petros III. von Antiocheia gab seinen Segen zur Weihe. Rene Vilatte schlug vor, daß Alvarez ihn in den Bischofsstand erhebe. Alvarez stimmte zu, und Vilatte verpflichtete seine Kirche und sich der Autorität des Patriarchen von Antiocheia und wurde im Gegenzug zum Erzbischof der Altkatholischen Kirche von Amerika gemacht und ihm wurden die Privilegien und Rechte eines Metropoliten gewährt. Als Bischof weihte Rene Vilatte mehr als zwanzig neue Bischöfe und neue Kirchen. Diese Weihen waren bedenklich, weil sie außerhalb der Autorität der Kirche gespendet wurden. Dies veranlaßte die Syro-Jakobitische Kirche 1938, die offizielle Anerkennung der ihm folgenden Kirchen zurückzuziehen. Weiter wurde Vilatte angeklagt, die Kanones nicht gehalten zu halten und nicht innerhalb der Jurisdiktion der Kirche von Antiocheia geblieben zu sein.

wappalex.gif (15096 Byte)Die Ablehnung von Vilatte - Konsequenzen für Uganda und Kenia

Die Zurückweisung von Rene Vilatte und der ihm nachfolgenden Kirchen hatte keine große Auswirkung auf die Afrikanische Orthodoxe Kirche in den Vereinigten Staaten, aber sie hatte ernste Konsequenzen für die Kirchen in Uganda und Kenia: Die Ugander lösten ihre Beziehungen zu Bischof Alexander, als ihnen bewußt wurde, daß er nicht wirklich orthodox war und traten sofort in Verbindung mit dem Griechischen Patriarchen von Alexandreia, Meletios (Metaxakis), der ihnen wohlgesonnen war und die Ugander gut beriet: 1946 konnte dann sein Nachfolger auf dem Stuhl von Alexandreia, Patriarch Christophoros II. die Ugandische Orthodoxe Kirche in seine Herde und damit in die kanonische Orthodoxie aufnehmen. Eine Diözese für Ostafrika wurde 1959 geschaffen mit einem Bischof, der den Titel von Eirinoupolis (eine griechische Adaption von Dar es Salaam) erhielt. Zu dieser Zeit residierte der Bischof in Uganda und kümmerte sich sowohl um die Arbeit in Afrika als auch um die griechischen Pflanzer, die nach der Vertreibung aus Smyrna nach dem griechisch-türkischen Krieg nach Afrika gekommen waren.

In Kenia war die Situation eine ganz andere. Bis Oktober 1952 wurden sowohl die KKEA (Karinga-Gesellschaft) als auch die KISA (Unabhängigen) von der Kolonialmacht der subversiven Tätigkeit angeklagt und ihre Schulen geschlossen. Es wurde weithin angenommen, daß sie direkt mit den MauMau verbunden wären, die Unabhängigkeit von Großbritannien erstrebten. Die Regierung bot ihnen zwar an, die Schulen wieder zu öffnen, aber nur unter der direkten Kontrolle der Regierung oder der ausländischen Missionen. Einige wenige der Schulen der KISA entschieden sich für die Wiedereröffnung, aber nicht so die Karinga-Schulen.

Die Afrikanische Orthodoxe Kirche war somit gezwungen, auf einem niedrigen Standart zu leben. Zehn Jahre lang war es den Orthodoxen der Karinga nicht erlaubt, öffentlichen Gottesdienst abzuhalten, aber dennoch trug sie ihr Glaube durch diese Zeit bis zur Aufhebung des Ausnahmezustands. Die Unabhängigkeit kam, und Präsident Jomo Kenyatta hob das Verbot der Orthodoxie auf. Die Kikuyu-Orthodoxen unter der Führung von Vater Arthur G. Gathuna waren entschlossen, den orthodoxen Glauben in Kenia wiederzubeleben. Außerdem wurde Verbindung aufgenommen mit den Orthodoxen in Westkenia, die das Wort ursprünglich von Uganda aus empfangen hatten. Ebenso wie die Kirche in Uganda suchte die Kenianische Kirche nun um rechtliche Anerkennung durch das Patriarchat von Alexandreia.

gathuna.jpg (8974 Byte)Die Orthodoxe Patriarchats-Schule in Nairobi

Unter den vielen Entwicklungen seit der Unabhängigkeit ist keine so signifikant wie die Einrichtung des Orthodoxen Patriarchal-Seminars in Nairobi. Vom Tage der Eröffnung des Seminars an ist die Orthodoxie in Ostafrika sprunghaft und innerhalb der echten Orthodoxie unter dem Patriarchat von Alexandreia und Ganz Afrika angewachsen.

makarios.jpg (13183 Byte)Das Orthodoxe Patriarchal-Seminar entstand aus einem Gedanken von Erzbischof Makarios III., Vorsteher der Orthodoxen Kirche von Zypern und Präsident der Republik Zypern. Im April 1957 besuchte er Nairobi und zelebrierte die Göttliche Liturgie in der Kathedrale zu den hll. Anargyroi. Als Staatsoberhaupt von Zypern machte er später einen Staatsbesuch in Kenia als Gast des inzwischen verstorbenen Jomo Kenyatta, des Präsidenten der Republik Kenia und seines persönlichen Freundes. Bei diesem Besuch im Jahr 1970 fand er ein Herz für die Afrikanische Orthodoxe Kirche. Als Bischof unternahm Erzbischof Makarios im März 1971 einen Pastoralbesuch in Kenia, wo er Massentaufen in Nairobi und Nyeri vollzog. Er sah den Bedarf für ein Seminar, um die kirchlichen Bedürfnisse Ostafrikas zu befriedigen, und war beeindruckt von der positiven Einstellung der Regierung Kenias und des verstorbenen Präsidenten Kenyatta dazu. Am 22. März 1971 legte Erzbischof Makarios mit dem Segen des Papstes und Patriarchen von Alexandreia und Ganz Afrika Nikolaos den Grundstein für das Orthodoxe Patriarchal-Seminar in Riruta. In seiner Ansprache zu diesem glücklichen Tag sagte der Erzbischof von Zypern: "Um unsere afrikanischen Brüder bei ihrer Suche nach Gottes Wegen in christlicher Tugend und Brüderlichkeit zu unterstützen und mit dem Segen des allmächtigen Gottes gründen wir hier ein Zentrum, von dem aus die neuen Apostel Christi das Wort des Herren in diesem Teil der Welt ausbreiten und die tröstliche Freude des Evangeliums in die Herzen unserer geliebten afrikanischen Brüder senken werden".

Die 1976 in Zypern ausgebrochene politische Krise verzögerte allerdings kurzfristig die Eröffnung des Seminars. Das Seminar unterhält seinen Lehrbetrieb nun seit 1981; in ihm werden Katecheten und Priester des Erzbistums von Kenia und Eirinoupolis ausgebildet, welches den ganzen afrikanischen Kontinent umfaßt.

Orthodoxie in Ostafrika heute

petros.jpg (13317 Byte)Heute gibt es in Ostafrika zwei Bischöfe, in Uganda und Kenia, von denen einer Afrikaner ist. Gegenwärtig befinden sie sich unter der spirituellen und administrativen Leitung des Patriarchats von Alexandreia und Ganz Afrika, dessen Patriarch Petros VII. unmittelbar nach seiner Wahl zum Patriarchen die einheimischen Gemeinden besucht hat. Es gibt 80 Priester in Kenia, 22 in Uganda und 11 in Tansania. 1988 wurde das Seminar in Orthodoxe Patriarchal-Schule umbenannt. Heute folgt die Schule dem Curriculum anderer orthodoxen theologischen Schulen und unterrichtet 42 Studenten aus Kenia, Uganda, Tansania, Madagaskar, Simbabwe und Kamerun, die dazu ausgebildet werden, den Bedürfnisse des rapide anwachsenden Orthodoxen Glaubens zu entsprechen. Auch sind Absolventen der Schule ins Ausland gegangen, um in Griechenland und Amerika zu studieren. Einige von ihnen sind zur Zeit Glieder des gegenwärtigen Lehrkörpers der Schule.

Zu behaupten, die Orthodoxie in Ostafrika sei perfekt und frei von Problemen, wäre unwahr. Die Kirche, die die wahre Afrikanische Orthodoxe Kirche ist, kämpft darum, Mittel und Wege zu finden, sich aufrecht zu halten und auf den Grundlagen der ursprünglichen Arbeit des Apostels Markus, des Evangelisten Afrikas, aufzubauen. Die Kirche hat Unterstützung erhalten von Griechenland, Zypern, Finnland und der Griechisch-Orthodoxen Erzdiözese von Amerika in finanzieller wie menschlicher Hinsicht.

Es laufen viele Programme für die Jugend und die Frauen. Die Texte der Gottesdienste der Orthodoxen Kirche werden in viele afrikanische Sprachen übersetzt und von der "Apostoliki Diakonia" gedruckt. Kirchen, Schulen, Gesundheitszentren und Kindergärten entstehen überall auf dem ganzen Kontinent.

Man darf hoffen, daß die Orthodoxie in Afrika das Stadium einer blühenden Reife erreicht - wenn sie fähig sein wird, eine sie selbst tragende Größe und Stärke anzuvisieren und zu erreichen zur Ehre Gottes.

( Übersetzung aus dem Englischen: Kerstin Keller )


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