Kommission: Berichte

9. Vollversammlung der KOKiD in München

München - Bei der 9. Vollversammlung der Kommission der Orthodoxen Kirchen, die - erstmals zweitägig - am Vorabend des "Sonntags der Orthodoxie" vom 6.-8. März 1998 im Serbischen Orthodoxen Zentrum in München-Perlach stattfand und bei der - mit einer dienstlich bedingten Ausnahme - alle in Deutschland residierenden orthodoxen Diözesanbischöfe anwesend waren, wurde der bisherige Vorstand der KOKiD für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. Vorsitzender der Kommission bleibt somit der Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes Orthodoxe Theologie an der Universität Münster, Prof. Dr. Dr. Anastasios Kallis; stellvertretende Vorsitzende sind wie bisher der Bischofsvertreter für Deutschland der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, Pfarrer Dr. Elias Esber, und der serbische Dekan von Nordrhein-Westfalen, Erzpriester Jovan Mariç. Als Geschäftsführer amtiert weiterhin der Redakteur des Informationsdienstes "Orthodoxie aktuell" Dipl.theol. Nikolaus Thon (Russische Orthodoxe Kirche) und als Schatzmeister Dr.Dr. Wassilios Klein, der Archidiakon der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland. Weitere Themen der Versammlung waren die Fortschritte und Probleme bei der Einführung des orthodoxen Religionsunterrichtes in verschiedenen Bundesländern, so in Hessen, Bayern und Niedersachsen, doch auch bei der praktischen Umsetzung des Faches in Nordrhein-Westfalen, wo zwar der orthodoxe Religionsunterricht durch kultusministeriellen Erlaß bereits 1985 offiziell eingeführt worden ist, aber in der Praxis noch etliche Wünsche offen sind: So erhalten nach der offiziellen Statistik des Landes bislang deutlich weniger als die Hälfte aller dort lebenden Schüler orthodoxen Glaubens auch eigenen Religionsunterricht, wie bei der Sitzung der Kommission vehement beklagt wurde. Insbesondere ließen sich die Bischöfe und Delegierten der in der Kommission zusammengeschlossenen orthodoxen Diözesen Deutschlands, die insgesamt eine Glaubensgemeinschaft von etwa 1,2 Millionen repräsentieren, über das Verhältnis von Kirche und Staat in der Bundesrepublik informieren, und zwar durch Ministerialrat Dr. Henning von Schroeter vom Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport in Düsseldorf. Dabei ging es vor allem um die Frage, welche Rechte und Möglichkeiten sich aus dem Erwerb des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes ergeben, wie ihn bislang die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland und die Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche / Moskauer Patriarchat erhalten haben. Im Rahmen ihrer Beratungen faßte die Vollversammlung weiterhin den Beschluß, die orthodoxe Frauen- und Jugendarbeit in Deutschland zu intensivieren und zu institutionalisieren. Entsprechende Verbandsgründungen wurden anvisiert und sollen demnächst - vorbereitet durch eine diesem Schwerpunktthema gewidmete Sitzung der Kommission - erfolgen. Eingeladen werden sollen dazu vor allem weibliche Referentinnen, die aus ihrer Erfahrung z.B. als Sozialarbeiterinnen kompete Vorschläge für eine gemeinde- und bistumsübergreifende Frauen- und Jugendarbeit vorlegen können. Des weiteren ist eine Intensivierung der Medienarbeit vorgesehen: Nachdem der im Auftrag der Kommission von der Gesellschaft Orthodoxe Medien e.V. herausgebene Informationsdienst "Orthodoxie aktuell" seit Anfang 1997 erfolgreich arbeitet und zunehmend auch von privaten Interessenten abonniert wird, soll demnächst die Kommission der Orthodoxen Kirchen Deutschlands auch im Internet mit einer eigenen Web-Seite vertreten sein, die auch die einzelnen Bistümer präsentiert. Zur Koordinierung der ökumenischen Arbeit und einer gemeinsamen Vertretung aller orthodoxen Bistümer bei ökumenischen Gremien und Gesprächen wurde das Amt eines Ökumene-Referenten geschaffen, das der Vorsitzende der Kommission mitbetreut. Der wohl wichtigste Beschluß der Münchener Sitzung betraf die Verwendung einheitlicher Bezeichnungen für gesamtorthodoxe Angelegenheiten, denn die Benennungen der einzelnen Bistümer als "griechisch-", "serbisch-" oder "russisch-orthodox" werden bei staatlichen, aber auch nicht-orthodoxen kirchlichen Stellen nicht selten als jene unterschiedlicher Konfessionen mißverstanden. Dem will die Kommission nun dadurch entgegenwirken, daß in Zukunft als gemeinsame konfessionelle Bezeichnung für alle gesamtorthodoxen Angelegenheiten nur noch der Begriff "orthodox" gebraucht werden soll. Den Abschluß der Versammlung bildete am Sonntag die Feier der Göttlichen Liturgie in der neuen serbischen Kirche des hl. Fürsten Jovan Vladimir, den die anwesenden Bischöfe, Priester und Diakone der verschiedenen Kirchen in fünf Sprachen mit einer großen Zahl von orthodoxen Gläubigen Münchens feierten. 1999 soll die gemeinsame Feier des Sonntags der Orthodoxie, so wurde es auch in München beschlossen, in der arabischsprachigen Gemeinde des Patriarchates von Antiochien in Köln stattfinden.


Ständige Informationen zur Tätigkeit der Kommission finden Sie im Informationsdienst Orthodoxie aktuell .


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