Kommission: Berichte

12. Delegiertenversammlung der KOKiD

Lüdenscheid - Im Gemeindezentrum der Griechischen Orthodoxen Kirche des hl. Nektarios in Lüdenscheid fand am Vorabend des Sonntags der Orthodoxie, dem18. März 2000, die 12. Delegiertenversammlung der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland, des Verbandes aller kanonischen orthodoxen Diözesen des Landes, statt. Vier Diözesanbischöfe, Metropolit Augoustinos (Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland / Exarchat von Zentraleuropa), Erzbischof Feofan (Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche), Bischof Konstantin (Serbische Orthodoxe Diözese für Mitteleuropa) und Metropolit Dr. Serafim (Rumänische Orthodoxe Metropolie für Deutschland und Zentraleuropa) nahmen persönlich an der Sitzung teil. Das Patriarchalvikariat der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien für Westeuropa vertrat der Vorsitzende des Rates, Erzpriester Dr. Elias Esber, die Bulgarische Diözese für West- und Mitteleuropa Frau Stefka Michel. Ein wichtiger Beratungspunkt war die Entwicklung des orthodoxen Religionsunterrichtes (RU) in verschiedenen Bundesländern, der weiterhin in einigen Fällen Anlass zur Sorge gibt: Wiewohl Nordrhein-Westfalen das Bundesland war, welches schon 1985 als erstes orthodoxen RU eingeführt hat, stellt sich dort die Situation als sehr unbefriedigend dar. Obwohl formal eingeführt, wird das Fach de facto weitgehend nicht unterrichtet; der Lehrplan für die Sekundarstufe I (Klassen 5-10) ist immer noch nicht verabschiedet, sondern liegt seit Jahren zur Bearbeitung beim Landesinstitut für Schule und Weiterbildung in Soest, ohne dass sich etwas täte. Oft wird die Note in orthodoxer Religionslehre nicht ins Zeugnis eingetragen, in letzter Zeit mit der Begründung, das Fach müsse in deutscher Sprache unterrichtet werden, wenn es sich nicht um eine bilinguale Schule handelt. Weiterhin muss man für NRW sagen, dass die tatsächliche Umsetzung der entsprechenden Erlasse des Kultus- bzw. Schulministeriums nur sehr zögerlich, größtenteils überhaupt nicht geschieht und weiterhin der Großteil der orthodoxen Kinder keinen Religionsunterricht erhält, da keine Lehrer frei- bzw. eingestellt und keine entsprechenden Lerngruppen eingerichtet werden. Aus Kostengründen ist derzeit auch die Lehrerfort- und -weiterbildung (Zertifikatskurse) eingestellt. Positiver ist die Entwicklung in anderen Bundesländern: In Bayern sind inzwischen die Lehrpläne und Richtlinien für die Sekundarstufe II (Klassen 11-13) verabschiedet; für die Primarstufe (Klassen 1-4) sind sie in Bearbeitung. Die praktische Einführung des RU ist angelaufen. In Niedersachsen hat man durch die entschiedene Abkoppelung des orthodoxen RU vom Muttersprachlichen Ergänzungsunterricht einen zukunftsweisenden Weg beschritten. Zwar ist in der Praxis erst ein kleiner Anfang gemacht worden, indem als Modellversuch an einer Grundschule in Hannover seit dem 5. November 1999 orthodoxer RU erteilt wird, aber die Ausweitung des Unterrichtes ist nach den positiven Erfahrungen vorgesehen: Das Fach soll ab Herbst 2000 schrittweise in weiteren Grundschulen in Hannover eingeführt werden, in der Orientierungsphase eventuell auch in Gymnasien im Sommer des nächsten Jahres. Nach eingehender Diskussion der Problematik beschloss die Delegiertenversammlung für drei weitere Bundesländer offizielle Beauftragte für den Religionsunterricht zu ernennen, und schlägt vor für das Land Baden-Württemberg Protonamesnik Slobodan Miljeviæ, für Hessen Dr. Despotis und für Rheinland-Pfalz Pfarrer Johannes Nothhaas. - Weitere Tagungsordnungspunkte widmeten sich der orthodoxen Medienarbeit, dem Orthodoxen Jugendbund Deutschland und den für das Millenniumsjahr 2000 geplanten Veranstaltungen der KOKiD.


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