Kommission: Berichte

XV. Delegiertenversammlung der KOKiD

München - Die XV. Delegiertenversammlung der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland (KOKiD), des Verbandes aller orthodoxen Diözesen dieses Landes fand am Samstag der ersten Woche der vorösterlichen orthodoxen Fastenzeit, dem 23. März 2002, in der griechischen Allerheiligengemeinde zu München (Ungererstraße) statt. An ihr nahmen die Oberhirten der Griechisch-Orthodoxen und der Rumänischen Orthodoxen Metropolie von Deutschland, der Berliner Diözese der Russischen Orthodoxen Kirche und der Serbisch-Orthodoxen Diözese für Mitteleuropa persönlich teil. Metropolit Simeon von der Bulgarischen Diözese für West- und Mitteleuropa musste wegen einer Erkrankung der Sitzung fernbleiben und wurde durch Archimandrit Tichon (Ivanov) vertreten. Bei der Delegiertenversammlung wurden vor allem Angelegenheiten der laufenden Arbeit der Kommission berichtet und diskutiert, so die Kontaktgespräche zu den orientalisch-orthodoxen Kirchen und den evangelischen Freikirchen, die Arbeit an einem gemeinsamen Papier mit der Evangelischen Kirche in Deutschland über Ehen zwischen evangelischen und orthodoxen Christen und Christinnen und die Arbeit der Orthodoxen Kirche in Deutschland in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen. Da der bisherige Schatzmeister der KOKiD, Archidiakon PD Dr.Dr. Wassilios Klein, auf eigenen Wunsch aus dem Amt ausschied, wurde ihm für die geleistete ausgezeichnete Arbeit von allen Anwesenden gedankt und an seiner Stelle Frau Erika Martha Rutzen aus Wuppertal einstimmig zur neuen Schatzmeisterin der Kommission und damit zum Vorstandsmitglied der KOKiD gewählt. Erstmals nahm mit Priester Mamuka Tavkhelidze auch ein Vertreter der georgischen orthodoxen Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland an einer Delegiertenversammlung der KOKiD teil. Diese sind noch nicht Mitglied der Kommission, wollen demnächst aber einen Antrag auf Aufnahme stellen, was von allen Anwesenden sehr begrüßt wurde. Am Abend des Sitzungstages fand ein Empfang für hochrangige Vertreter des öffentlichen Lebens der bayerischen Landeshauptstadt statt, an dem u.a. der römisch-katholische Erzbischof von München und Freising, Friedrich Kardinal Wetter, teilnahm. Am darauffolgenden Sonntag, dem "Sonntag der Orthodoxie", fand der traditionelle gemeinsame Gottesdienst der Vorsteher und Vertreter aller orthodoxen Diözesen in Deutschland statt. Gastgebend war diesmal die Griechische Metropolie. In der griechischen Allerheiligen-Kirche der bayrischen Landeshauptstadt zelebrierten neben dem Gastgeber Metropolit Augoustinos (Lambardakis), Erzbischof Feofan (Galinskij), Metropolit Seraphim (Joantâ) und Bischof Konstantin (Djokic) sowie zahlreiche Geistliche aller anderen in Deutschland ansässigen kanonischen Kirchen. Die Predigt zum Tagesfest hielt Metropolit Augoustinos, der zuerst die geschichtliche Entwicklung des Bilderstreites schilderte (vgl. den vollen Wortlaut S. 2-4), sodann aber die Heilsbedeutung der Ikonenverehrung herausstellte: "Die Auseinandersetzung um die Ikonen ist im Prinzip christologischer Natur und gründet in den Kontroversen um die Person Christi und den Charakter ihrer menschlichen Natur, aber auch umfassender um die Materie und schließlich die Erlösung überhaupt. ... Seitdem Christus einen menschlichen Leib angenommen hat, um uns zu erlösen, kann Er auch bildlich dargestellt werden. Andernfalls würden wir mit der Leugnung der Darstellbarkeit auch die Wirklichkeit Seiner Fleischwerdung infragestellen, was in letzter Konsequenz bedeuten würde, die Möglichkeit der Erlösung des gesamten Kosmos zu bestreiten. Die Menschwerdung ist aber eine Tatsache. Und ihr ist es zu verdanken, daß die Ikonen, die unsere Kirchen schmücken, nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern Zeichen der Begegnung von Himmel und Erde sind". Während dieser Liturgie wurde auch der diesjährige Fastenbrief der orthodoxen Bischöfe in Deutschland verlesen, der sich Fragen der religiösen Unterweisung und des schulischen Religionsunterrichtes widmet.


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