Kommission: Berichte

XIV. Delegiertenversammlung der KOKiD

Düsseldorf - Im Zentrum der serbischen orthodoxen Gemeinde des hl. Sava tagte am 2. November 2002 die 16. Delegiertenversammlung der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland (KOKiD), des Gesamtverbandes der orthodoxen Diözesen dieses Landes. In seiner Eröffnung der Sitzung betonte der bisherige Vorsitzende, Prof. Dr. Dr. Anastasios Kallis, die Orthodoxe Kirche sei von ihrer Ekklesiologie her keine Organisation, sondern ein lebendiger Organismus, aber durchaus mit einer gewissen Struktur - angepasst an die Welt, in der wir leben, ohne jedoch die "großen" Kirchen dieses Landes zu kopieren: "Wir sind somit weder demokratisch verfasst, noch monarchisch, sondern synodal. Konzessionen werden in der Orthodoxen Kirche nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben gegeben, verbunden mit großem Vertrauen, zuerst einmal der Bischöfe selbst, in die Arbeit der Kommission", erläuterte Kallis. Insgesamt könne man sagen, man sei in den acht Jahren des Bestehens der KOKiD gut vorangekommen; eine deutliche Entwicklung und ein Reifungsprozess seien erkennbar: "Wir sind Bistümer, die eine Kirche bilden; wir sind die Orthodoxe Kirche in diesem Land, die in eigenständigen Bistümern existiert". Die Struktur der KOKiD sei erwachsen aus der orthodoxen Ekklesiologie und aus pastoralen Gegebenheiten; dies werde zunehmend auch von den ökumenischen Partnern gesehen und akzeptiert. Einen wichtigen Prüfstein der orthodoxen Zusammenarbeit derzeit die Diskussion um die "Charta Oecumenica" dar. Die Delegiertenversammlung sprach sich für eine gemeinsame Unterzeichnung der Charta aus. Dabei soll zugleich oder vorab durch eine gemeinsame Erklärung der Bischöfe erläutert werden, wie die Orthodoxe Kirche in Deutschland dieses Papier versteht. Weitere Themen waren die bisherige und die zukünftige Medienarbeit der KOKiD sowie die Etatplanung für den Rest des Jahres 2002 und das Jahr 2003. Nach einstimmiger Entlastung des bisherigen Vorstandes hatte die Delegiertenversammlung den Vorstand für die Amtszeit 2002 bis 2006 zu bestimmen. Ebenfalls einstimmig wurde der bisherige Vorstand auch für diese Zeit neu gewählt; er besteht somit weiterhin aus Prof. Dr. Dr. Kallis als Vorsitzendem, Erzpriester Jovan Mariç (Wuppertal) und Pfarrer Dr. Elias Esber (Köln) als Stellvertretenden Vorsitzenden, Frau E. Martha Rutzen (Wuppertal) als Schatzmeisterin und Ipodiakon Nikolaj Thon (Bochum) als Geschäftsführer. Sodann diskutierte die Delegiertenversammlung die konkrete Ausgestaltung der Beteiligung der Orthodoxen Kirche am Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in Berlin 2003, insbesondere den u.a. vom bayerischen evangelisch-lutherischen Landesbischof Dr. Johannes Friedrich gemachten Vorschlag, beim Abschlussgottesdienst des ÖKT durch die orthodoxe Feier des Brotbrechens (Artoklasia) doch eine Form des gemeinsamen Mahles von Brot und Wein zu praktizieren. Die Delegiertenversammlung lehnte diesen Vorschlag aber wegen der Gefahr des Missverständnisses der Verwechslung des Brotbrechens mit der Eucharistie ab. Weiterhin wurde die Delegiertenversammlung, das bislang höchste Entscheidungsorgan der Kommission, über die Tätigkeit des Orthodoxen Jugendbundes, eines Initiativkreises orthodoxer Frauen und die Fortschritte und Probleme beim orthodoxen Religionsunterricht in verschiedenen Bundesländern informiert.


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