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Fünf Jahre Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie in München

München - Seit 1996 existiert an der Ludwig-Maximilians-Universität in München nun die Ausbildungseinrichtung für Orthodoxie Theologie. Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens hat der Leiter, Professor Dr.Dr.Dr.h.c Theodor Nikolaou, in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Personal der Einrichtung ein "Personen- und Forschungsprofil" vorgelegt, in dem er in seinem Geleitwort feststellt, dass die meisten der nicht unerheblichen Schwierigkeiten, mit denen die Einrichtung in den ersten Jahren ihrer Existenz zu kämpfen hatte, "inzwischen einer insgesamt zufriedenstellenden Lösung zugeführt" worden seien: "Seit einem guten Jahr (nach der Ernennung aller drei neuen Professoren) können Lehre und Forschung der orthodoxen Theologie längerfristig geplant und koordiniert werden. ... Unabhängig von den hier angedeuteten Anlaufschwierigkeiten ergibt sich meines Erachtens aus dem vorliegenden Bericht, dass die Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie trotz ihres kurzen Lebens auf eine solide Entwicklung, eine bemerkenswerte Vielfalt an interdisziplinären Aktivitäten, an Funktionsfähigkeit und Leistung, aber auch an Integrationsfähigkeit im Rahmen der Universität zurückblickt. ... Vor allem trägt sie wesentlich zum Brückenbau und Austausch zwischen der Kultur und Geistesgeschichte der orthodoxen Völker in Ost- und Südosteuropa und Deutschland, sowie speziell zur ökumenischen Verständigung zwischen der Ost- und den Westkirchen bei". Die Ausbildungseinrichtung wurde auf einen gemeinsamen Vorschlag der Katholischen wie Evangelischen Theologischen Fakultät durch den Akademischen Senat der Münchener Universität in seiner Sitzung vom 28./29. Juli 1994 grundsätzlich beschlossen und in seiner Sitzung am 19. Dezember 1996 probeweise errichtet. Allerdings hat der Senat 1997 bezüglich der Erprobungsphase auch festgelegt, dass die letztmalige Einschreibungsmöglichkeit für Orthodoxe Theologie in München für das Wintersemester 2002/03 besteht, wenn bis dahin keine andere Entscheidung ergeht, nachdem zuerst sogar eine Befristung zum Wintersemester 1997/98 vorgesehen war. Zur personellen Ausstattung der Einrichtung zählen derzeit zwei Professorenstellen der Besoldungsgruppe C 4, die von Professor Nikolaou für Geschichtliche Theologie mit dem Schwerpunkt Kirchengeschichte, Patrologie und Ökumenik und (seit dem 1. Oktober 1999) Prof.Dr. Athanasios Vletsis für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Dogmatik und Ethik besetzt werden, sowie zwei Professorenstellen der Besoldungsgruppe C 3; diese haben auf Zeit Erzpriester Prof.Dr. Vladimir Ivanov für Praktische Theologie (mit dem Schwerpunkt Liturgik, Pastoral, Katechetik und Homiletik) sowie Prof.Dr. Konstantin Nikolakopoulos für Biblische Theologie (mit dem Schwerpunkt Einleitung in das Neue Testament und Auslegung des Neuen Testaments) inne. So sind inzwischen alle vier theologischen Fächergruppen in Forschung und Lehre vertreten. Nachdem auch die Studienordnung für den Diplom-Studiengang Orthodoxe Theologie mit einer Regelstudienzeit von neun Semestern verabschiedet worden ist, konnten inzwischen die ersten sechs Diplome in orthodoxer Theologie vergeben werden. Der Studiengang bildet Priester, Religionslehrer und Katecheten aus. Derzeit stammen die Studierenden nicht allein aus Deutschland, sondern auch aus Bulgarien, Georgien, Griechenland, Jugoslawien, Rumänien und Russland. Die Gesamtzahl aller bislang offiziell eingeschriebenen Studenten, die in den letzten fünf Jahren Orthodoxe Theologie in München studiert haben, beträgt 75, wobei in den einzelnen Semestern zumeist je 30-40 Studenten eingeschrieben waren. Hinzuzurechnen sind als Hörer aber noch weitere an der orthodoxen Theologie interessierte Studenten aus anderen Fachbereichen der Universität. So beträgt die Gesamtzahl der Hörer, welche die von der Ausbildungseinrichtung angeboten Lehrveranstaltungen pro Semester besuchen, zwischen 80 und 120 Personen. Zudem gibt es immer wieder Anfragen wegen eines Fernstudiums, dessen mögliche Errichtung zur Zeit eruiert wird. Auch über das Internet ist die Ausbildungseinrichtung kontaktierbar (http://www.orththeol.uni-muenchen.de) und kann zahlreiche Besucher der Webseite verzeichnen.

Aus dem Informationsdienst Orthodoxie aktuell , Nr. 09/2001.


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